Leben in einem Van vs. Leben in einem Zimmer

The GrassVan´s little brother in Thailand

The GrassVan ist in Thailand. Das Kapitel Malaysia liegt nun endgültig hinter uns. Was für eine wahnsinnig tolle Zeit wir hier hatten und was wir alles erleben durften. Wir sind dankbar für jeden einzelnen Tag in diesem Land und besonders in der faszinierenden Stadt George Town. Rückblickend betrachtet, war diese Zeit natürlich auch mit viel Arbeit verbunden, denn ein Projekt auf Vordermann zu bringen - in diesem Ausmaß, wow, ja, das alleine waren schon Stunden über Stunden. Gleichzeitig waren wir aber noch Vollzeit arbeiten bzw. Restaurator, Manager, Innenarchitekt, Designer, Kellner und sogar Werbetrommler - alles in einer Person. Wir haben das "My Armenian Café" übernommen. Drei Monate lang haben wir Herzblutarbeit hineingesteckt, um aus einem verkorkst existierenden 

 Café eine kleine Café-Oase entstehen zu lassen. Aber darüber haben wir Dir bereits hier berichtet.

 

Nun, nach vier Monaten Arbeit, ist es wieder so weit: Wir brechen auf und stürzen uns in neue Abenteuer. Aber zuvor wollen wir Dir in diesem Blogeintrag einen kurzen Rückblick über unsere Auszeit vom Busleben geben, denn der längere Aufenthalt in George Town gab uns unglaubliche Energie und neue Schaffenskraft und deswegen war diese Zeit so unbeschreiblich schön und wichtig für uns. In den letzten Monaten war unser Leben das reinste Paradies, mal davon abgesehen, dass wir viel gearbeitet haben, denn wir waren an einem Ort. Auch jetzt - unterwegs - sind wir im Paradies, aber der Luxus, sich auszubreiten und sich persönlich zu entfalten, fehlt. In Georgetown hatten wir ein eigenes Zimmer, sogar mit Klimaanlage, und Dunkelheit, wenn das Licht ausging, auch wenn die Sonne am nächsten Tag schon wieder aufgeganen war. Demnach hatten wir erholsame Nächte, auch wenn sie arbeitsbedingt kurz waren. Was für ein schönes Geschenk. Sogar das Frühstücken war einfach: Wir hatten einen Kühlschrank.  Mit einem Griff ging alles fast wie im Handumdrehen. Für viele eine Selbstverständlichkeit, aber für uns bleibt es Luxus. Statt, wie gewöhnlich, nach dem Frühstück das Auto wieder umzuräumen und für den neuen Tag startklar zu machen, konnten wir einfach in den Tag starten. Ein "normales Alltagsleben" mit Routine kann sehr kostbar sein. Dessen sind wir uns immer wieder bewusst, wenn wir unsere Sachen zusammenpacken und aufbrechen. Vor allem am Abend genossen wir es, ein "festes Zuhause" zu haben. Während wir im GrassVan meist mit Max gegen acht/ halb neun Uhr abends ins Bett gehen und höchstens noch ein Buch lesen, oder mit Kopfhörern einen Film auf unserem Laptop anschauen (mehr kann man auf 5 m² Wohnfläche auch nicht anstellen, während der Sohnemann davon 3 m² im Schlaf einnimmt und seine Ruhe braucht), konnten wir hier - in unserem festen Zuhause - abends wieder zusammen an einem Tisch sitzen und den verschiedensten Dingen nachgehen. Ein fester Tisch, ob überdacht oder nicht, brachte uns zahlreiche neue Möglichkeiten. Zusammen Abendbrot essen, Karten spielen, mit unserer Familie und unseren Freunden skypen, oder ganz einfach gemütlich da sitzen uns plaudern. Unbezahlbare Werte für uns.

 

In der Zeit im "My Armenian Café" haben wir zahlreiche Menschen kennengelernt. Viele Reisefreunde, mit denen wir ausgegangen sind, etwas trinken waren oder gemeinsam eins der vielen Feste hier in George Town besucht haben. Weiterhin hatten wir nun auch die Möglichkeit, Leute einzuladen, für uns als gesellige Menschen superwichtig. Beim Leben im Bus, immer unterwegs, gestaltet sich solch eine abendliche Geselligkeit schon schwieriger. Dabei gibt es so einige Hürden, wie z.B. Platzmangel, Moskitos, Max benötigte Ruhe für einen erholsamen Schlaf und das größte Hindernis: Man muss die richtigen Leute inmitten der Wildnis erst einmal antreffen. ;-) Hier vor Ort war hingegen alles so einfach. Alles war zum Greifen nahe.

Der entscheidende Grund aber, warum wir uns in George Town so wohl gefühlt haben ist, dass wir unsere Talente und Fähigkeiten ausleben und uns entfalten konnten. Alles hat gepasst: Die Stadt, die Menschen, die Arbeit und unser eigenes Projekt. Unser Leben hat sich sprichwörtlich verändert. 

Nun geht es nach 4 Monaten "normalen Leben" weiter. Der Abschied fällt uns schwer, aber das Leben als Reisender muss auch diese Hindernisse überqueren. Wir sind dankbar für die wunderschöne Zeit und die Erfahrung, die wir mitnehmen dürfen. Zudem wurde www.TheGrassVan.com hier geboren! Wir sind stolz und voller Vorfreude auf das was jetzt vor uns liegt. Wir ziehen wieder um, diesmal zurück in den Bus. Das Reiseleben geht weiter und wir glauben es war noch nie so schwer, uns zu verabschieden und das nach stolzen 4,5 Jahren Reiseerfahrung. Vor uns liegt ein langer und spannender Weg. Reisen kann so magisch sein, so verwirrend, so kräftigend und so unglaublich schön.

Write a comment

Comments: 0